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Unser pädagogischer Ansatz

Als Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre der „Situationsansatz" den „Funktionsansatz" ablöste, atmeten die Erzieherinnen auf. Endlich hatte das rein funktionale Lernen, insbesondere bezogen auf den geistigen und feinmotorischen Bereich, ein Ende.


Für die Kinder bedeutete der bisherige Ansatz

  • Lernen in altersgleichen Gruppen
  • Abstraktes Lernen
  • Lernkontrolle durch Erzieherinnen und Eltern
  • Angst den Anforderungen nicht gerecht zu werden


Die Erzieherinnen hatten klare Vorgaben

  • Erwerb feinmotorischer Fähigkeiten ( Perlen auffädeln, Kneten, Techniken einüben usw.)
  • Erwerb grobmotorischer Fähigkeiten
  • Unterweisung im geistigen Bereich (Übungsblätter bearbeiten, Sprachtraining über Sprachtrainingsmappen)


Die Eltern

  • Kontrollierten die Lernschritte ihrer Kinder
  • übten auch zu Hause, wenn sich Defizite zeigten
  • übten Leistungsdruck aus
  • stellten Vergleiche an


Der Situationsansatz bot dagegen

  • Bezug zu Lebenssituationen von Kindern
  • Lernen in Erfahrungszusammenhängen
  • Lernen in altersgemischten Gruppen
  • Mitwirkung von Eltern in der pädagogischen Arbeit
  • generationsübergreifendes Lernen
  • engere Verbindung zwischen Kindergarten und Gemeinwesen
  • Berücksichtigung kindlicher Interessen
  • Kinder gestalten die Erlebnisbereiche mit
  • veränderte Rollen der Erzieher
  • Kinder erobern sich handelnd, hantierend, experimentierend die Welt der Erwachsenen


Die übergeordneten Erziehungsziele des Situationsansatzes (situativen Lebenslernen)
Sind Autonomie, Sachkompetenz und Solidarität. Diese Zielsetzungen müssen auf die Handlungsebene von Erwachsenen und Kindern übertragen werden.


Zur Bildung und Erziehung von Kindergruppen
Braucht man Grundlagen. Es muss möglich sein, sich an einem Ansatz zu orientieren. Das Angebot richtet sich auf die Ziele des gewählten Ansatzes aus. Der Situationsansatz, der lebensnahes Lernen unter Berücksichtigung der Lebenswirklichkeit von Kindern, ihren Interessen und Wünschen, beschreibt, ist eine Grundlage unserer Arbeit. Es wurde jahrelang als Bildungsansatz beschrieben, konzentrierte sich aber im Laufe der Jahre immer mehr auf soziale Themen. Den Erzieherinnen wurde nahe gelegt, die Kindheit nicht zu „verschulen" und Lernen und Bildung nicht vorzuziehen. Sie sollten eher ein kommunikatives, entspanntes Milieu bieten.

 

Wo diesen Empfehlungen ausschließlich Rechnung getragen wurde, konnte sich oft unbemerkt die so genannte „Kuschelpädagogik", die Beschäftigung der Kinder ohne Anforderungen an sie zu stellen oder generell zu warten, bis die Kinder mit Ideen und Wünschen auf die Erzieher zukommen, etablieren.

 

Dabei schließt das Arbeiten nach dem Situationsansatz das Arbeiten mit einem Bildungs- und Wissensansatz (metakognitiver Ansatz) nicht aus, im Gegenteil: soziale Interaktion ist eine wichtige Voraussetzung, aktiv und kompetent am Bildungsgeschehen teilzuhaben.

Wir kombinieren den Situationsansatz mit dem Bildungs- und Wissensansatz. Das heißt, dass die Kriterien des Situationsansatzes ebenso berücksichtigt werden, wie die Bildungs- und Erziehungsziele, die die Erzieherinnen für die Kinder als wichtig erachten.

 

Heute nach „Pisa" wissen wir, wie wichtig es ist, der Kinder Neugierverhalten und Experimentierfreudigkeit für Wissensvermittlung zu nutzen. Wir praktizieren also beides, wir bauen unser Angebot auf die Interessen der Kinder auf und motivieren sie für unsere Lerneinheiten.


Das im situativen Lebenslernen vorherrschende „soziale Lernen" ist heute in unserer so genannten „Ellenbogengesellschaft" in der pädagogischen Arbeit als ein wichtiges Ziel zu sehen.

 

Bei der Schulung von Wissen und Bildung muss bedacht werden, dass eine rein verbale Vermittlung in dieser Altersstufe noch keinen Lernprozess in Gang setzt. Handeln, hantieren, experimentieren, ausprobieren, Erfahrungen machen, sind die Grundpfeiler des Lernens in diesem Alter.

 

Der Situationsansatz kommt nicht ohne funktionales Lernen aus. So werden die feinmotorischen Übungen - wie Stift halten, Umgang mit Schere und anderen Werkzeugen - immer wieder in unserem Angebot bedacht.